Reisebericht - 6000 km auf afrikanischen Stein- und Sandpisten

Hansjörg Willig, der Vorsitzende des Eine-Welt-Vereins Keniahilfe, lädt ein zu einer reich bebilderten Reportage unter dem Titel „6.000 km auf afrikanischen Stein- und Sandpisten“. Am 14. Mai um 19.00 Uhr werden in der Schlossberghalle Bühl-Neusatz im Vereinsraum Hartmut Tim und Martin Güldenhöven über ihre vor Ort gesammelten aktuellen Eindrücke berichten. „Die Reise“, erläutert Willig, „führt durch Äthiopien und Kenia und damit auch durch mehrere Klimazonen und Kulturregionen. Eine gute Möglichkeit, Afrika aus erster Hand zu erleben. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.“

UPDATE (17.Mai 2010):

Bühl/Gernsbach (rp) – „6 000 km auf afrikanischen Stein- und Sandpisten“: Mehr als 50 Afrikafans nutzten dieser Tage die Gelegenheit, aus erster Hand aktuelle Informationen und reichlich visuelle Eindrücke über Äthiopien und Kenia zu bekommen. Eingeladen hatte der Eine-Welt-Verein Keniahilfe in die Schlossberghalle Bühl-Neusatz, wort- und bildgewaltiger Referent war Hartmut Tim, assistiert von seinem Schwager Martin Güldenhöven – sie hatten zum Jahreswechsel 2010 die beiden afrikanischen Länder bereist und spannende Geschichten zu erzählen.

Hansjörg Willig, der Vorsitzende der Keniahilfe, freute sich in seiner Begrüßung über die große Besucherresonanz und versprach einen afrikanischen Augenschmaus. Hartmut Tim löste das Versprechen mehr als ein – mehr als zwei Stunden schlug er die Zuschauer in seinen Bann: getragen vom Respekt für die afrikanischen Menschen, von der Liebe zu jenem Kontinent, in dem die Wiege der Menschheit stand – die Reise verlief nahe der Fundstelle von „Lucy“ – und von Begeisterung über das Licht, die Farben und die Faszination Afrikas.

Der Vortrag war klar gegliedert – zu Beginn der Themenblöcke gab es detaillierte Informationen über die bereisten Länder. Zunächst über Äthiopien, das zu 50% über 1.200 Meter liegt,  dreimal größer als Deutschland ist und rund 94 Millionen Einwohner hat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 40%, die durchschnittliche Lebenserwartung bei 48 Jahren. „Außerhalb der großen Städte findet sich eine Landbewirtschaftung wie bei uns vor 200 Jahren“, so Tim, „es gibt kaum befestigte Straßen, und statt maschineller ist Handarbeit die Regel. Die Kaffeeregionen liegen im Süden des Landes und der Kaffee schmeckt unvergleichlich gut.“ Die Reise führte Tim und Güldenhöven von der Hauptstadt über den Omo National Park, die Höhlenanlage von Sof Omar, die Bale Mountains, den Lake Langano und Arba Munch bis an die kenianische Grenze. Tim beschrieb das Leben in Äthiopien als ungeheuer friedlich und illustrierte dies mit zahlreichen Fotos, die eine starke Harmonie von Mensch, Tier und Land zeigten. Der einheimische Führer verfügte über gute Kontakte zu den Stämmen, durch dessen Land die beiden Deutschen reisten, und so kamen intensive Begegnungen zustande, die den Charme Afrikas noch verstärkten. Auf der kenianischen Seite der Grenze wurden die Reisenden von den Missionaren abgeholt und weiter betreut – über sie läuft die komplette Abwicklung der Hilfsprojekte des Eine-Welt-Vereins, und Tim und Güldenhöven konnten sich wieder einmal davon überzeugen, dass das gespendete Geld ungeschmälert an der richtigen Stelle ankommt. Eine Station der Reise war deshalb auch die Missionsstation North Horr. Sie liegt in der Chalbiwüste mitten im Stammesgebiet der Gabbra-Nomaden und umfasst mit  20 Außenstellen eine Fläche von rund 20 000 Quadratkilometern. Im Ort selbst wohnen ca. 4 000 Gabbranomaden, deren Kinder  die „North Horr Primary-School“, die „Hildegard Helmer Primary-School“ oder die „North Horr Secondary-School“ besuchen, die seit vielen Jahren von der Keniahilfe Bühl unterstützt werden. Während die „North Horr Primary-School“ dringend renoviert werden muss, platzt die 2007 neu gebaute „Helmer-School“ bereits aus allen Nähten. Sie muss  um 2 Klassenzimmer erweitert und entsprechend ausgestattet werden. Hierfür werden Spendengelder aus dem „Eine-Welt-Lauf“ der Gernsbacher Albert-Schweitzer-Gymnasiums verwendet. Tim hob hervor, dass diese direkte Unterstützung aus seiner Sicht viel sinnvoller und nachhaltiger sei als manch andere Projekte der Entwicklungshilfe. So hätte Russland zum Beispiel an mehreren Flüssen Wasserzapfstationen eingerichtet – allerdings mit russischem Material, das völlig andere Schrauben und Verbindungsteile enthält, als es die Kenianer verwenden. Bei einem Defekt können die Zapfstationen nicht vor Ort repariert werden und sind damit nutzlos. Hansjörg Willig dankte den Referenten zum Abschluss für die Fülle der Informationen, lud alle Gäste zu einem Glas Sekt ein – und wies zugleich auf die Jahreshauptversammlung des Vereins am 9. Juni um 19.30 Uhr in der „Linde“ in Neusatz hin.