30 Jahre Keniahilfe Bühl, der "Eine-Welt-Verein" feiert Jubiläum

Bühl (nr/rp) Am 31. Mai feiert die Bühler Keniahilfe ihr 30jähriges Bestehen – und dieser runde Geburtstag wird im Bürgerhaus Neuer Markt mit einem Konzert und natürlich mit einem Festakt begangen. Für ein volles Haus sorgen sicher die drei mitwirkenden Gruppen: Brass and Fun, die Badischen Blechbläser und das Gernsbacher Vokalensemble „Los Dilettantos“. Die Festrede zum Jubiläum hält der frühere mittelbadische Bundestagsabgeordnete und Präsident des Europäischen Rechnungshofes, Professor Dr. Bernhard Friedmann.

30 Jahre Keniahilfe – eine lange Zeit, in der sich Schülerinnen und Schüler, Menschen aus ganz Mittelbaden, Schulen, kirchliche Gruppierungen – und selbst die „weiße Massai“, Corinne Hofmann - in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Blicken wir ein wenig zurück, forschen wir nach, wie alles begann – und machen uns auf den Weg nach Kenia, um zu überprüfen, wie das Geld aus Deutschland verwendet wurde und wird ...

Am Anfang war die Neugier: Zwischen 1975 und 1979 reisen Geographen, Biologen und Mediziner der Universitäten Saarbrücken und Karlsruhe mehrfach zum Turkanasee in Nordkenia. Im Ostafrikanischen Graben, auch „Wiege der Menscheit“ genannt, wollen sie den kleinsten Stamm Afrikas, die Elmolos, erforschen. Mit dabei ist auch Hansjörg Willig, damals in der Endphase seines Studiums, heute Schulleiter am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Gernsbach und Vorsitzender des „Eine-Welt-Verein Keniahilfe“. Zwei Dinge nimmt er mit nach Hause. Erstens: in Nordkenia leben Menschen, die Hilfe brauchen. Zweitens: Vor Ort wirken bereits Mitglieder des katholischen Consolata-Ordens, der 1901 in Turin gegründet wurde. Viele der katholischen Fathers und Sisters lernt Willig bei seinen Forschungsprojekten kennen und bewundert nicht nur ihre hingebungsvolle Arbeit sondern auch ihren respektvollen Umgang mit den afrikanischen Menschen, ihren Sitten und Gebräuchen. Father Richard Tyroller, der mehr als 25 Jahre seines Lebens in der kenianischen Chalbiwüste verbracht hat, formuliert es so: ‚Wir wollen als Missionare versuchen, Anwalt der Nomaden zu sein, bei all unseren Grenzen als Reingeschmeckte’. Hansjörg Willig findet also eine Aufgabe, die sich zu einer Lebensaufgabe auswächst – und er findet Verbündete, die mit ihm an dieser Aufgabe arbeiten. Beste Voraussetzungen für eine Hilfskampagne, die langfristig Hilfe leistet und schon heute die Kinder derjenigen Kenianer unterstützt, die in der ersten Phase Geld und Hilfe aus Mittelbaden erhalten haben. Immer wieder geht Hansjörg Willig deshalb auf Werbetour für die Keniahilfe und betont: „Wir können nicht sagen, es interessiert uns nicht, was in Afrika passiert. In Zeiten der Globalisierung können wir die Probleme der Welt nicht mehr getrennt voneinander beurteilen – Themenfelder wie Weltfriede oder Umweltschutz gehen uns alle an.“ Viele Menschen in unserer Region haben Willigs Botschaft verstanden und setzen sie um – durch Spenden, Mitarbeit im Eine-Welt-Verein, auf Verkaufsständen bei Schulbazaren und ... und ... und... „Alle Mitstreiter sind ganz herzlich zu unserem Geburtstagsfest am 31. Mai eingeladen“, erklärt Willig. „Mitfeiern, Spaß haben und dabei noch gutes für die Menschen in Nordkenia tun – was kann schöner sein?“ Professor Dr. Bernhard Friedmann, der die Festrede halten wird, hat die Keniahilfe so charakterisiert: „In meinem ganzen Berufs- und Arbeitsleben hat mich die Sorge um die sinnvolle und nachhaltige Verwendung von Geld begleitet. Gerade im politischen Bereich, wo die Finanzen immer knapp und die Begehrlichkeiten groß sind, und wo jeder Steuerzahler natürlich wissen will, was mit seinem der Gemeinschaft anvertrauten Geld passiert, habe ich immer genau hingesehen. In vielen Reden und Schriften habe ich darauf hingewiesen, dass Geld und Gewinn nichts Schlechtes, ja geradezu geboten wichtig sind – man muss nur das Richtige damit tun.  Mein Blick auf die Keniahilfe zeigt mir, wie sinnvoll finanzielle Mittel eingesetzt werden können und wie wenig manchmal benötigt wird, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Es ist beeindruckend, wie viel Gutes Hansjörg Willig in Zusammenarbeit mit seinen kirchlichen Partnern vor Ort in Nordkenia bewirkt. Die Hilfe ist auch deshalb so effizient, weil sie direkt ohne nennenswerten Verwaltungsaufwand dort ankommt, wo sie hin soll. Alle Achtung! Glück, Ideenreichtum und Gottes Segen bei Ihrer Arbeit!“ Und noch ein Statement – diesmal von den beiden Extrembergsteigern Ralf und Gerlinde Dujmovits: „Unter widrigsten Umständen waren wir unser halbes Leben lang unterwegs - zumeist in einigen der ärmsten Ländern der Erde. Die Keniahilfe, initiiert durch Hansjörg Willig, leistet einen wichtigen Beitrag hin zu einer gerechteren Verteilung. Als unbedingt unterstützenswert sehen wir die unermüdliche Arbeit von Hansjörg Willig und der Keniahilfe, die Ralf seit den Anfängen als ehemaliger Schüler mitverfolgen konnte."