|
Scheckübergabe an
den langjährigen Missionar
Hubert Mößner
Bühl (par) Klimaveränderungen und wirtschaftliche
Probleme gibt es nicht nur in Deutschland, sondern
auch in Afrika, speziell in Kenia. Mit dem
Unterschied, dass die Schwierigkeiten, damit
umzugehen, in Kenia wesentlich größer sind, als in
Mittelbaden. Diese Botschaft vermittelte Hubert
Mößner, der als Missionar seit 14 Jahren in Kenia
aktiv ist, interessierten Zuhörern des
Eine-Welt-Vereins Keniahilfe in Bühl. Mößner, der
derzeit seinen Urlaub in Deutschland verbringt,
schilderte eindringlich die Folgen der Trockenheit
in dem afrikanischen Land. „Die sogenannte Große
Regenzeit der Monate März und April ist heuer fast
flächendeckend ausgefallen. Damit gibt es in vielen
Regionen keine Ernte, das Wasser für den täglichen
Bedarf muss mit Lastwagen herangekarrt werden und
erreicht astronomische Preise – 20 Liter Wasser
kosten 50 Cent, sehr viel angesichts des
kenianischen Durchschnittsverdienstes von 3 bis 4
Euro am Tag. Viele Familien können wegen des
Wassermangels nicht kochen und da die Staudämme leer
sind, stehen die Kraftwerke still – und der Strom
fällt häufig aus. Darunter leidet die Industrie und
die Spirale der Probleme dreht sich immer schneller.
Dazu kommt, dass die Tiere der Nomaden wegen der
Trockenheit kaum Weideflächen finden und die Nomaden
bei einer Fortdauer des ungünstigen Klimas auf
finanzielle Unterstützung angewiesen sein werden.“
Mößner, der auch die Grüße und den Dank der Partner
aus Kenia nach Mittelbaden mitbrachte, deutete an,
dass wenigstens die politische Situation stabiler
geworden sei – die verfeindeten Parteien hätten nach
dem Berliner Muster eine große Koalition gebildet.
Nur sei dabei die Zahl der Ministerien von 21 auf 42
gestiegen, damit jede der beiden politischen Gruppen
ausreichend Posten besetzen konnte. Die Aufwendungen
hierfür lähmten natürlich den wirtschaftlichen
Aufschwung, weil das Geld hier fehle. In bestimmten
Regionen, speziell im Norden, wo seine Pfarrei
liege, betonte Mößner, gebe es allerdings Ansätze
zur Besserung. Durch den Bau von Straßen könnten die
Gabra-Nomaden ihre Ziegen und Kamele leichter zu den
Märkten in der Hauptstadt Nairobi bringen, und
dadurch neue Verdienstquellen erschließen. Dies sei
umso wichtiger, als die Preise für Reis, Mehl
oder Zucker deutlich gestiegen seien. Die Förderung
der Handelsmöglichkeiten für die Gabras sei daher
von zentraler Bedeutung.
Abschließend berichtete Mößner vom einwöchigen
Besuch des Augsburger Diözesanbischofs Dr. Walter
Mixa in seiner Pfarrei in North Horr. Der Bischof
habe sich dankbar und beeindruckt vom Wirken Mößners
und seines Amtsbruders Anton Mahl gezeigt. Die
Pfarrei liegt in der Diözese Marsabit, einer
Halbwüste, und hat eine Ausdehnung von 150 mal 200
Kilometern. Die Bevölkerung vom Stamm der Gabra lebt
auch heute noch größtenteils als Nomaden. Zur
Pfarrei gehören 25 seelsorgliche Außenstationen, 10
Schulen und 25 Kindergärten in kirchlicher
Trägerschaft. Derzeit gibt es dort etwa 3.500
Katholiken, das entspricht rund 25 Prozent der
Gesamtbevölkerung im Gebiet der Pfarrei. Hubert
Mößner bedankte sich bei den Mitgliedern des
Eine-Welt-Verein Keniahilfe für ihre jahrzehntelange
Unterstützung und ganz besonders für die Spende in
Höhe von 5.500 Euro, die er mit nach Kenia nehmen
durfte. Hansjörg Willig, der Vereinsvorsitzende,
betonte, dass ohne die große Zahl der Aktiven und
vielen Spender diese Gelder nicht zusammengekommen
wären. Da er vor kurzem als Schulleiter des
Gernsbacher Albert-Schweitzer-Gymnasiums
ausgeschieden sei, liege es ihm besonders am Herzen,
dass die Kontakte und die Unterstützung weiterhin
ein Anliegen der Schule blieben. Er habe für die
Fortführung dieser Arbeit die Kolleginnen Christine
Engel, Beatrix Rauffmann und Karin Wolf sowie die
Jugendbegleiter Niklas und Philipp Rauffmann
gewinnen können.
 |
|
5.500 Euro überreichten Hansjörg Willig und Stefan
Müll vom Eine-Welt-Verein Keniahilfe Missionar
Hubert Mößner,
der seit 14 Jahren im Norden Kenias lebt und wirkt.
|
|