Durch die „Highlands“ nach Nanyuki

 

Wie geplant, brachen wir am frühen Nachmittag in Richtung Nanyuki (eine zentrale Stadt am Äquator) auf. Der Weg führte vom Zentrum Nairobis durch  Stadtrandbezirke, wo wir ein gewaltiges Wachstum der kenianischen Hauptstadt registrierten. Überall Bauaktivitäten der inzwischen auf 4,5 Millionen geschätzten Metropole Kenias, in der mehr als 1 Million in vier großen Slumvierteln lebt. Die Fahrt führte durch die fruchtbaren Highlands mit unzähligen Kaffee- und Teeplantagen, vorbei an Chambas (Hütten) der Kikuyu (wichtiger Stamm im Hochland). Nach ca. 3 Stunden Fahrzeit erreichten wir die Naro Moru River Lodge, unser Quartier am Fuße des Mt. Kenya und bezogen Bungalows im Stil der englischen Kolonialzeit inmitten einer wunderschönen Parkanlage am Fluss.

 Am Morgen des 31.12.2004 zeigte sich uns der Mt. Kenya – sonst meist in Wolken gehüllt – in seiner beeindruckenden Größe. Nach dem Frühstück fuhren wir die ca. 15 km nach Nanyuki zu Fr. Attilo Ravasi, dem Diözesan Prokurator und

Bruder von Bischof Ambrose Ravasi. Nach dem die vordringlichsten  finanziellen Geschäfte erledigt waren, brachen wir Richtung Isiolo auf. Isiolo ist eine bunte, multikulturelle Stadt und das Tor in den Norden. Hier endet auch die geteerte Straße; ab Isiolo wird jedem Kenia Besucher klar, warum der Norden nur mit einem Allradfahrzeug zu bewältigen ist. Eine Piste mit unzähligen Rippen rechtfertigt den Vergleich der Fahrt im Landrover mit einem Ritt auf einem Wildpferd. Entgegenkommende Fahrzeuge sind oft schon kilometerweit an einer gewaltigen Staubfahne erkennbar. Wird man überholt, fühlt man sich sekundenlang wie in  dichten Nebel eingehüllt. Besonders hart sollte es hier unseren Freund Herbert Salzbrunn treffen, der als männliches Leichtgewicht unserer Mannschaft im Laderaum des Landrovers Platz nehmen durfte / musste. Es sei hier schon erwähnt, dass er dieses nicht immer leichte Los bis zum Ende unserer Reise bravourös meisterte. So fuhren wir also zunächst bis Archers Post, ebenfalls ein Ort auf dem Weg in den Norden mit einer Missionsstation, an der vor Jahren mit Unterstützung der kirchlichen Privatschule „Heiliges Grab Baden-Baden“ eine Primary School erbaut wurde.

Bei Archers Post  muss der Reisende auch die Hauptroute verlassen, will er das für seinen Tier-,  vor allem aber Elefantenreichtum bekannte „Samburu Game Reserve“ besuchen. So entschieden auch wir uns für einen Aufenthalt, nicht nur um auf Safari zu gehen und uns vor der entbehrungsreichen Weiterfahrt noch ein wenig verwöhnen zu lassen, sondern vielmehr deshalb, weil wir wussten, dass der Schulbetrieb an unseren Zielschulen erst frühestens zum vierten Januar 2005 wieder  aufgenommen wird. Und eine sinnvolle Dokumentation der Hilfsprojekte ist eben nur möglich in Verbindung mit der Hauptzielgruppe, mit den zahlreichen Schülerinnen und Schülern, der Stämme „Samburu“, „Turkana “ und Gabbra.

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